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studie friedhof der zukunft

studie friedhof der zukunft

der nussbaum wald im bergischen land ist ein idyllischer, ruhiger ort. das gelände ist hügelig, mit starkem baumbestand. ein ort der ruhe und zurückgezogenheit. hier soll, eingepasst in die topographischen und natürlichen begebenheiten, ein friedwald mit friedhofskapelle entstehen.

traditionelle friedhöfe sind meißt anonyme, isolierte orte. sie sind den toten gewidmet und haben oft eine morbide, traurige atmosphäre. der tod ist für uns unsichtbar geworden. der friedhof der zukunft soll eine verknüpfung zwischen leben und tod schaffen. individualität und öffentlichkeit bieten. friedhöfe müssen in unser leben zurückgeholt werden und dürfen kein tabuthema mehr sein.

der tod betrifft uns alle und sollte nicht ausgegrenzt oder verdrängt werden. der friedhof der zukunft sollte ein ort sein für hinterbliebene und spaziergänger. ein ort der erinnerungen, der trauer aber auch ein ort, an dem kinder spielen oder an dem die ruhe der natur genossen werden kann.

der weg zur kapelle führt bergauf durch einen bestandswald. die kapelle steht am höchsten punkt des geländes und fügt sich harmonisch in die natur und in den berg ein. sie ist in den hang eingebaut und teile des berggesteins bilden die raumabschließenden wände der kapelle. es scheint, als würde der berg die trauernden gäste beschützend aufnehmen wollen, um ihnen einen ruhigen ort zum abschied nehmen anzubieten.

die räumlichkeiten sind schlicht und zurückhaltend gestaltet, um ausreichend platz für ruhe und stille zu schaffen. beim betreten der kapelle werden besucher durch lichtbänder und wandscheiben geleitet. im inneren öffnet sich der raum und empfängt die trauernden. die öffentliche aussegnungshalle, private kummerräume und notwendige neben- und betriebsräume sind jeweils klar voneinander getrennt, um auch hier ruhe, zeitlichen freiraum und privatsphäre zu wahren.

die naturbelassenen wege durch den friedwald werden von „visuellen wänden“ und urnenwänden gesäumt. Die öffentlichen wege werden zu „wege der erinnerungen“. hinterbliebene können auf den „visuellen wänden“ ihren gedanken ausdruck verleihen. es können erinnerungen an einen verlorenen menschen sein, namen von anonym beerdigten oder botschaften an die verstorbenen. durch immer neue botschaften und gedanken sind die „visuellen wände“ in bewegung und machen für spaziergänger und trauernde den tod sichtbar.

die urnenwände sind schlichte, zurückhaltende wandscheiben aus naturstein, in die verschieden große nischen eingelassen sind. nischen für urnen, aber auch als gedenkstätte für hinterbliebene von anonym beerdigten oder für einen geliebten menschen, der weit entfernt beerdigt ist.

„eine kultur ohne tod ist eine tote kultur, eine kultur ohne trauer ist eine traurige kultur, in der wir verlernt haben, auf rechte weise feste zu feiern, ist eine in einem tiefen sinne freudlose kultur“ (L.Bickel)

„mitten wir im leben sind mit dem tod umfangen“ (M.Luther)

 

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katja heitmann
dipl. ing. (FH) architektin

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